Reutter heute

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Gerade wenn's am schönsten wird, muß man gewöhnlich fort


1. Vollkommen ist die heut'ge Welt
wahrhaftig lange nicht -
's gibt keine Rose ohne Dorn,
ohn' Schatten nie ein Licht.
Und hat man wirklich auch einmal
verlebt 'nen guten Tag,
so kommt gewöhnlich, wie man sagt,
das dicke Ende nach.
Hat man sich einmal amüsiert,
verfolgt uns gleich das Pech:
Denn gerade, wenn's am schönsten wird,
muß man gewöhnlich weg.

2. Der Fritze von der Feuerwehr
schafft sich die Jette an.
Und Jette liebt auch Fritze sehr,
er hat's ihr angetan.
Als er sein Liebchen voll Gefühl
hält kosend grad im Arm,
und ihr ein Küßchen geben will,
bläst's Feuerwehralarm.
Der Fritz muß fort, voll Leid und Gram
steht Jette weinend dort:
"Ach, jrade als det Schönste kam,
da mußte Fritze fort!"

3. Es ritt ein junger Herr Kommis
des sonntags morgens aus.
Piekfein und schneidig, wie noch nie
ritt er zum Tor hinaus.
Sehnsüchtig blickt die Damenwelt,
voll Neid der Herren Chor.
Er kommt sich wie ein junger Held,
wie ein Apollo vor.
Vornehm begrüßt er jede Dam',
doch denkt euch seinen Schreck:
Grad, als er an die Schönste kam,
da plumpst er in den Dreck.

4. Herr Schulze durch ein Astloch sieht
hinein ins Damenbad.
Vor Freude sein Gesicht erglüht,
er sieht sich gar nicht satt.
Die Mäntel werfen sie zurück,
die Kleider folgen dann.
Doch grade in dem Augenblick
als sie fast gar nichts an,
des Wärters Stimme er vernahm:
"Verlassen Sie den Ort!"
Und grade, als das Schönste kam,
da mußte Schulze fort.

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