Man muß sich bloß erst dran gewöhnen
1. Es schimpfen auf die schlechten Zeiten
die JUNGEN, wenn's am Geld gebricht.
Sie möchten höh'ren Lohn erstreiten,
Ein ALTER, der beklagt sich nicht.
Was fragt denn der nach höh'ren Löhnen?
Im Alter braucht stets wen'ger er -
man muß sich bloß erst dran gewöhnen,
dann braucht man schließlich gar nichts mehr.
2. 'ne Tänz'rin, die man erst dreiviertel-,
dann HALB-NACKT angezogen sah,
trug schließlich Röckchen nur und Gürtel
und stand im LETZTEN Viertel da.
ließ dann, um den Effekt zu krönen,
das Röckchen noch vom Viertel weg.
Man muß sich bloß erst dran gewöhnen,
dann läßt sie auch den Gürtel weg.
3. Was gab es schon für Gassenhauer!
"Bananenlied", "Valencia",
dann klang, o Schauer! - lange Dauer!
nur "Heidelberg" von fern und nah.
Erst möchte man so'n Lied verpönen,
doch folgt es uns auf Schritt und Tritt,
man muß sich bloß erst dran gewöhnen,
dann brüllt man's schließlich selber mit.
4. Die Autos werden immer feiner,
ganz kleine gibt's - zu unserm Heil.
Die Sitzgelegenheit ist kleiner
als - der bewußte Körperteil.
Man quetscht sich zwischen beide Lehnen
und will man wieder raus alsdann -
man muß sich bloß erst dran gewöhnen,
dann klebt das Auto hinten dran.
5. Zum Postdirektor sagt' ich neulich:
"Bald schreibt man keine Briefe mehr -
das hohe Porto ist abscheulich,
die Leute stöhnen alle sehr."
Er aber sagte: "Laß sie stöhnen,
ist's hohe Porto auch nicht schön,
man muß sie bloß erst dran gewöhnen,
dann - kann man's wieder mal erhöh'n!"
6. Aus allen Ländern die Minister
sieht man sehr oft im schönen Genf,
zieh'n stets die nämlichen Register
und jeder gibt den gleichen Senf
erst wollen sie sich nicht versöhnen,
sie lobten Genf nicht allzusehr --
man muß sich bloß erst dran gewöhnen,
dann fährt man immer hin und her.