Auf einmal geht's Tickel-Tackel, und die Uhr ist im Gang
1. 'ne Uhr wird bekanntlich von jedem geschätzt.
Mal geht sie, mal steht sie, mal wird sie versetzt.
Mal geht sie zu früh und mal geht sie zu spät,
's kommt, wie gesagt vor, daß sie gar nicht mehr geht.
In solch einem Falle bringst du deine Uhr
dem Uhrmacher schleunigst zur Reparatur.
Der reinigt sie, macht alles sauber und blank
und auf einmal geht's Tickel-Tackel, und die Uhr ist imGang.
2. Der Bräut'gam, der sitzt bei der Braut am Klavier,
er spielt und sie singt, er sitzt da, sie sitzt hier.
Die künftige Schwiegermama sitzt dabei
und schaut durch die Brille sehr streng auf die zwei.
Es wird schließlich Abend, die Alte nickt ein,
jetzt sind die Verlobten so gut wie allein.
Nun schweigt sein Klavier, es verstummt ihr Gesang
und auf einmal geht's [Pantomime des Küssens] und die Uhr ist im Gang.
3. Dem Onkel, als zu Besuch er bei ihr war,
dem zeigt seine Nichte ihr Kind von 'nem Jahr.
„Ach“, ruft da der Onkel, „der ist allerliebst!
Ich freu mich, wenn du ihn zum Tragen mir gibst!“
Er nimmt nun den Kleinen - der rührt sich erst nicht,
auf einmal, da wird er krebsrot im Gesicht.
Der Onkel sagt: „Junge, was gibt's? Bist du krank?“
Und auf einmal geht's Tickel-Tackel, und dieUhr ist im Gang.
4. 'ne Kaffeegesellschaft sehr gerne ich seh'.
Sechs ältere Damen bei zwölf Kannen Kaffee,
die reden zueinander so nett und so fein
sechs Schwestern, die könnten nicht zärtlicher sein.
Doch sagt dann mal eine: „Ich muß jetzt nach Haus!“
dann wehe ihr, wenn sie zur Türe hinaus.
Da zischeln die andern und sag'n: „Gott sei Dank!“
Und auf einmal geht's Tickel-Tackel, und die Uhr ist im Gang.
5. 'ne sehr feine Dame bezieht ein Logis,
bleibt täglich zu Hause, drum sieht man sie nie.
Die Wirtin sagt wichtig: „Die Dame hat Geld,
jedoch ist sie fromm und verachtet die Welt.“
Geht aber die Wirtin am Abend zur Ruh,
dann schwindet der Weltschmerz der Dame im Nu.
Sie geht aus dem Hause, die Straßen entlang
und auf einmal geht's Tickel-Tackel, und die Uhr ist im Gang.