Reutter heute

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Nehm se'n Alten


   Die Statistik zeigt`s dem Kenner
    Es gibt mehr Frauen als wie Männer
    Darum rat ich allen Frau`n
    Sich beizeiten umzuschau'n.
    Doch bitte sich begnügen
    Es kann nicht jede `n schönsten kriegen
    Schaun se nicht so wählerisch
    Nur nach dem, der jung und frisch.

        Nehm se'n Alten, Nehm se'n Alten,
        So nen alten, wohlbestallten,
        So`n Beamten mit Pension
        Sehr begehrt ist die Person
        Nehm se'n Alten, Nehm se'n Alten,
        Ist er'n bischen aufgefrischt
        Ist er besser oft wie'n junger
        Und stets besser als wie nischt.

    Ist so'n Mann auch kein Adonis,
    Wenn's man bloß 'ne Mannsperson ist
    Ging die Schönheit auch perdu
    Um so mehr schaut man auch SIE.
    Droht vielleicht 'ne Glatze?
    Nun, einer kriegt'se einer hat'se
    Oder hat er 'n Doppelkinn?
    Gut, dann greift man doppelt hin.

        Nehm se'n Alten, Nehm se'n Alten,
        Kriegt er auch schon ein'ge Falten
        Die sind bloß am Kopf zu sehn
        `s andere ist vielleicht sehr schön.
        Nehm se'n Alten, Nehm se'n Alten,
        Ist er auch schon dick und breit
        Nen jungen müssen se erst füttern
        und den haben se schon soweit.

    'n junger läßt sich schwer bezwingen
    Wenn se den Pantoffel schwingen
    'n alter gibt ihnen `s Portemonnaie
    Macht die Betten, kocht Kaffee.
    'n junger küßt zwar heiß und mächtig
    Doch 'n alter küßt bedächtig
    Was ihm fehlt an Temperament
    Das ersetzt er durch Talent.

        Nehm se'n Alten, Nehm se'n Alten,
        Der ist stets gut auszuhalten
        Der ist treu in Ewigkeit
        Wird immer treuer mit der Zeit.
        Nehm se'n Alten, Nehm se'n Alten,
        Der geht weniger aus sich raus
        Küßt nicht oft, doch dauerts länger
        Dadurch gleicht's sich wieder aus.

    Drum, könn' sie keinen jüngeren haben,
    Nehm se sich nen alten Knaben
    Gibt ja viele dort und hier
    Und wie wär es denn mit mir?
    Ich empfehl mich hier aufs Beste
    Hab noch heut sehr schöne Reste
    Grüß sie alle, nah und fern
    Schreiben se mal, ich komme gern.

        Nehm se'n Alten, Nehm se'n Alten,
        Der ist froh wenn sie'n behalten
        'n junger küßt oft unbedacht
        Heiß und schnell, drum geben se acht.
        Nehm se'n Alten, Nehm se'n Alten,
        Der küßt voller Liebesqual
        Denn der denkt bei jedem Kusse
        "Huch, ist vielleicht das letztemal."

variierte Strophe 3

3. ‘n Junger läßt sich schwer bezwingen,
wenn Sie den Pantoffel schwingen.
‘n Alter wird gern drunter stehn,
um voll Demut aufzuseh‘n.
‘n Junger kauft sich selber Kleider,
‘n Alter kauft Ihn‘n Kleid beim Schneider.
Wenn Sie‘s anzieh‘n freut ‘s ihn sehr,
wenn Sie‘s auszieh‘n noch viel mehr.
Nehm‘n Se ‘n Alten, nehm‘n Se ‘n Alten!
Der läßt schalten Sie und walten.
Durch ‘n Kuß schon wird er satt,
Denkt dann wunder, was er hat.
Nehm‘n Se ‘n Alten, nehm‘n Se ‘n Alten!
Kommt dann mal ein Junger her,
gönnt er dem sogar den Braten
und begnügt sich am Dessert.

teilweise neue Strophen:

Hab‘n Sie ‘n jungen Mann, dann schauen
oft zu dem auch andre Frauen.
Nach ‘nem Alten schau‘n sie nie
Der bleibt ganz und gar für Sie.
‘n Junger ist veränderlicher,
aber ‘n Alter, der ist sicher,
der küßt nur im eig‘nen Raum
‘s langt ja auch für EINE kaum....
Nehm‘n Se ‘n Alten, nehm‘n Se ‘n Alten!
Der ist froh, wenn Sie‘n behalten,
der bleibt treu in Ewigkeit,
beinah zu treu - mit der Zeit!
(Nehm‘n Se ‘n Alten, nehm‘n Se ‘n Alten!
Der küßt voller Liebesqual,
Denn er denkt bei jedem Kusse:
,,‘s ist vielleicht das letzte Mal...")

(‘n Junger küßt zwar heiß und mächtig,
doch ein Alter küßt bedächtig.
Was ihm fehlt an Temp‘rament,
das ersetzt er - durch Talent.)
Und wie schön, beim Küsseschenken
braucht sie nicht an Folgen denken,
denn, kommt in die Jahre er,
kommt sie nicht in Wochen mehr.
Nehm‘n Se ‘n Alten, nehm‘n Se ‘n Alten!
Der versteht, gut hauszuhalten.
‘n Junger küßt voll Unbedacht
Oft und schnell- drum geb‘n Sie acht!
(Nehm‘n Se ‘n Alten, nehm‘n Se ‘n Alten!
Der geht wen‘ger aus sich raus,
Küßt nicht häufig, doch ’s dauert länger –
dadurch gleicht sich‘s wieder aus.)

(Drum, könn‘n Sie kein‘n jünger‘n haben,
nehm‘n Sie sich ‘n alten Knaben.)
Sind ja heut‘ verschied‘ne hier,
(Und - - - wie wär‘ es denn mit mir??)
Seh‘ hier zwar auch jüng‘re Leute -
was die könn‘n, kann ich noch heute,
liebte schon an manchem Ort,
schreib‘n Se mal, ich komm‘ sofort.
Nehm‘n Se ‘n Alten, nehm‘n Se ‘n Alten!
Bin doch noch ganz gut erhalten:
Graue Haare sieht man gern -
Silbern ist ja jetzt modern.
Nehm‘n Se ‘n Alten, nehm‘n Se ‘n Alten!
Mädel, wenn du den begräbst,
Erbst du alles, jeden Falles - -
Aber nur - aber nur - aber nur, wenn du‘s erlebst.

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