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Ein Sachse ist immer dabei

Ein Sachse ist immer dabei
 
1. Das Reisen ist heutzutag´ sehr modern,
und die Sachsen, die reisen besonders gern.
Wie weit sich auch unsere Reise erstreckt,
stets hör´n wir den sächsischen Dialekt;
ob In- oder Ausland, wo immer es sei:
Ein Sachse ist immer dabei.
 
2. Und fahren wir zum Nordpol, es kommt soweit,
da fahr´n wir dorthin zur Reisezeit,
vergessen die Kälte, sind ganz in Bann.
Da tönt´s schon: „Ich hab keene Pulswärmer an,
und e Schäälchen mit Heeßen jetzt wär ´ne Arznei!“
Ein Sachse ist immer dabei.
 
3. Und seh´n wir Pompeji - Vergangenheit,
sehn Bauten, selbst Menschen aus früherer Zeit.
Da ruht eine Kön´gin, dreitausend bald;
da tönt´s schon: „Amaal’che, bist ooch schon alt.
Awer gäächen die Mumie biste noch nei!“
Ein Sachse ist immer dabei.
 
4. Und sind wir in Indien, im Wunderland,
´s ist wie ein Märchen, noch nie gekannt.
Wir seh´n die üppigste Vegetation,
exotische Vögel, da tönt es schon:
„Du Babba, goof mir ä Babagei!“
Ein Sachse ist immer dabei.
 
5. Und fahren wir auf silberner See einher,
und die Sonne geht leuchtend unter im Meer.
Da tönt´s durch die Andacht: „Du Floorian,
jetz geht unser Baulchen dorheeme in´n Gahn,
nu, er hat ja ´ne Amme, ´s gibt gee Geschrei!“
Ein Sachse ist immer dabei.
 
6. Und hören wir den Parsifal in Bayreuth,
und voller Ergriffenheit lauschen die Leut`.
Die Musik macht ´ne Pause, man atmet kaum,
der Parsifal kommt – da tönt´s durch den Raum:
„Da fehlt doch ä Bemmchen, es waren doch drei!“
Ein Sachse ist immer dabei.
 
7. Und stehst du auf hohem Berge da,
so ganz allein, dem Himmel so nah.
So weit entrückt dem menschlichen Lärm,
da tönt´s durch die Stille: „Wo iss´n dor Schärm?
Das gibt heit noch Räächen bei der Hochstapelei..“
Ein Sachse ist immer dabei.
 
8. Und bist du gepilgert zum ewigen Rom,
voll Andacht stehst du vor´m Petersdom.
Und während du dort deine Seele labst,
da tönt´s schon: „Wann gommd´n dor Bius, dor Baabst?
Där geht doch spazier´n jetzt, der is doch frei!“
Ein Sachse ist immer dabei.
 
9. Und haben wir in Ammergau ´s Festspiel geseh´n,
und der Christus will grade nach Hause geh´n.
Man grüßt ihn schweigend, da tönt´s bereits:
„Herr Jäsus, Herr Jäsus, schon rundor vom Greuz?
Was macht´n de Frau un de Bildschnitzerei?“
Ein Sachse ist immer dabei.
 
10. Und fahren wir auch nur bis zum schönen Rhein,
betrachten die Burgen, preisen den Wein.
Wir bleiben vor´m Lorelei-Felsen stehn,
da tönt´s schon: „Ich gann bloß ä Felsen säähn,
wo iss´n die Jungfrau, de Lorelei?“
Ein Sachse ist immer dabei.
 
11. Und steh’n wir in der Gemäldegal’rie,
bewundern die Kunst und das Malgenie
der alten Meister – da hör’n wir’s gell’n:
„Du, August, mer missen den Maler bestell’n,
de Giche binseln – jetzt steht se frei!“
Ein Sachse ist immer dabei.
 
12. Und seh´n wir Ägypten, bewundern rings
die Pyramiden, die steinerne Sphinx –
wir steig’n auf Kamele – da sagt ER IHR:
„Na, du als Gameel’chendame hier,
du machst ja de ganzen Gameele schei!“
Ein Sachse ist immer dabei.

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