Und so komm wir aus de Freude gar nicht raus
Hoch die Welt! Wir leben hier in Saus und Braus,
und wir komm´ hier aus der Freude gar nicht raus.
Kriegen schon als kleine Rangen,
Puder auf die Hinterwangen,
werden, so oft wir was gemacht,
stets in´s Trockene gebracht.
Und so wickelt man uns ständig ein und aus,
und so komm´ wir aus de Freude gar nicht raus.
In der Schule lern´ wir dann mit Müh´n und Flenn´,
alles, was wir später nicht verwenden könn´.
Bleiben dann im Examen sitzen,
müssen noch ´n Jährchen schwitzen,
kriegen vom Lehrer einen Knuff,
von dem Schulrat einen Puff.
Und die ander´n Prügel kriegen wir dann zu Haus,
und so komm´ wir aus de Freude gar nicht raus.
Später kommt die Heirat, denn SIE drängelt sehr.
Vater werden wir ziemlich plötzlich dann nachher.
Gründen dann ein Geschäft mit Zargen,
da verlier´n wir Kopf und Kragen.
Werfen uns auf andere Chosen,
da verlier´n wir Rock und Hosen.
Und die Steuer zieht uns dann das Hemde aus,
und so komm´ wir aus de Freude gar nicht raus.
Zu Besuch stell´n sich nun oft Verwandte ein,
Schwiegermutter, Basen, Tanten - das wird fein.
´n alter Onkel kommt aus Posen,
wie lang werden wir DEN liebkosen ?
Zu sei´m Koffer schleichen wir,
zähl´n die Hemden: es sind vier.
Na, dann bleibt er ja vier Monat´ hier im Haus,
und so komm´ wir aus de Freude gar nicht raus.
Schließlich werden wir recht behäbig mit der Zeit,
kümmern uns nur um die eigene Leiblichkeit.
Zahnschmerzen haben wir dann keene,
denn wir haben ja keene Zähne.
Gegen die Glatze schaffen dann
wir ein Haarwuchsmittel an.
Und davon gehen uns dann die letzten Haare aus,
und so komm´ wir aus de Freude gar nicht raus.
Und die Frau nun erst, wie sieht DIE später aus.
mit den Jahren geht se ganz aus sich heraus.
Wir entdecken nach ´ner Weile
gänzlich neue Körperteile.
Müssen uns, wenn wir poussier´n,
immer neu erst orientier´n.
Denn so oft wir komm´, da sieht se anders aus,
und so komm´ wir aus de Freude gar nicht raus.
Na, wenn man dann mal ´n junges schlankes Mädel sieht,
kriegt man selbst als alter Knabe noch Appetit.
Doch die Alte steht daneben
und se sagt mit Zornesbeben:
"Den Appetit off das Verjnüjen
kannste ja woanders kriejen.
Aber fressen mußte hier bei mir zu Haus!"
Und so komm´ wir aus de Freude gar nicht raus.