Das ist mir ganz egal
1. Ich liebe Wein, Weib und Gesang,
bin ein fideles Haus.
’ne fromme Tante habe ich,
die sagt oft: „Otto, bessre dich,
du bist ein bißchen liederlich!“
Dann ruf ich fröhlich aus:
„Das ist mir ganz egal!
Man lebt ja nur einmal.
Versäumt nichts in der Jugendzeit,
nachher da tut’s euch leid.“
2. ’ne alte Jungfer, die gewann
jüngst in der Lotterie.
Beim Heiratsmakler kam sie an
und sprach: „Jetzt möcht’ ich einen Mann!“
„Wie soll er ausseh’n?“ frug der dann.
Da sprach voll Sehnsucht sie:
„Das ist mir ganz egal!
Hab’ ich nur ’nen Gemahl –
ich bin ’ne fünfzigjähr’ge Maid –
da wird’s die höchste Zeit!“
3. Als einst die Wahlen vor der Tür
sprach ich zu meinem Freund:
„Beeile dich, die Zeit ist knapp –
drum setze dich sofort in Trab
und gib gleich deine Stimme ab!“
Doch da hat er gemeint:
„Das ist mir ganz egal –
ich kann nicht hin zur Wahl,
denn meine Stimme“, sprach er schlau,
„hat längst schon meine Frau!“
4. Ein junges Paar tritt nach der Schweiz
die Hochzeitsreise an.
Der Kellner sprach: „Sie hab’n die Wahl,
soll’s Zimmer breit sein oder schmal,
woll’n Aussicht Sie auf Berg und Tal?“
Doch beide sagten dann:
„Das ist uns ganz egal!
Was schert uns Berg und Tal!
Die Hauptsach’ ist, laßt uns in Ruh’
und macht die Fenster zu!“
5. Der Storch bracht’ jüngst bei einer Frau
’nen kleinen Jungen an.
Sie sprach zum Mann: „Wir hab’n kein Glück,
ruf nur den Storch nie mehr zurück,
du siehst, wir hab’n jetzt dreizehn Stück."
Da sprach der Ehemann:
„Das ist mir ganz egal!
Das ist ’ne Unglückszahl.
Bei dreizehn Kindern gibt’s Verdruß –
noch eins – und dann ist Schluß!“
6. Der kleine Cohn ging kürzlich
in ’ne Restauration,
bestellt sich Schinken, das schmeckt fein.
Ich sprach: „Herr Cohn, Sie werd’n verzeih’n,
der Schinken ist doch von ’nem Schwein!“
Da sprach der kleine Cohn:
„Das ist mir ganz egal!
Das ißt man auch einmal,
und hat man’s erst im Magen drin,
dann guckt kein Mensch mehr hin!“
7. Ich tret’ vors Auditorium
als Humoriste hin.
Mal hab’ ich’s leicht, mal hab’ ich’s schwer,
mal ist es voll, mal ist es leer,
doch alles das ist kein Malheur,
ich denk’ in meinem Sinn:
,Das ist mir ganz egal!
Das macht mir keine Qual,
ob’s gut, ob’s schlecht, eins tröst’t mich noch:
Die Gage krieg’ ich doch.´