Reutter heute

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Komm' ich noch einmal auf die Welt

Man spricht und munkelt allerhand
Von Seelenwanderung.
Die Sache ist sehr int'ressant,
Beschäftigt alt und jung.
Komm' ich noch einmal auf die Welt,
Dann werde ich ein Tier:
So'n Tier lebt sorgenlos und hat's
Oft besser als wie wir.

Komm' ich noch einmal auf die Welt,
Werd' ich ein Marabu.
Ich steh' auf einem Bein und schau'
Dem Weltgetriebe zu.
Und wenn ich dann drei Stunden lang
Auf einem Beine steh',
Dann tu' ich's runter, und ich heb'
Das andere in die Höh'.

Komm' ich noch einmal auf die Welt,
Dann werde ich ein Floh.
Ich sitz am Arm, ich sitz' am Bein -
Ich sitz' auch anderswo.
Ich habe jetzt 'ne Braut gehabt -
Die ist mir nicht mehr gut,
Der hupf' ich dann zum Strumpf hinein
Und quäl' sie bis aufs Blut.

Komm' ich noch einmal auf die Welt,
Möcht' ich ein Karpfen sein.
Ich steck den Kopf zum Wasser raus,
Wenn's Wetter klar und rein.
Sobald es aber regnen tut
Dann unterlaß' ich das -
Dann kommt der Kopf in's Wasser rein,
Da werd' ich nicht mehr naß.

Komm' ich noch einmal auf die Welt,
Werd' ich ein Elefant.
Steh' im zoologischen Garten dann -
Da ist es interessant.
Und sagt zu mir der kleine Kohn
"Ui, ist dein Rüssel groß!" -
Dann sag ich zu ihm "Lieber Sohn
faß' dich an deine Nos'!"

Komm' ich noch einmal auf die Welt,
Dann werde ich ein Bär.
Laß' mich vom Hagenbeck dressier'n,
Das fällt dem gar nicht schwer. -
Dann bleib' ich dann zwei, drei Jahre da
Und wenn ich alles kann -
Rück ich ihm einfach aus
und fang für mich alleene an.

Komm' ich noch einmal auf die Welt,
Werd' ich ein Känguruh.
Die trag'n die Jungen mit sich 'rum,
Das mach' ich immerzu.
Und will meine kleiner Junge dann
Einmal nicht artig sein,
Schmeiß ich ihn 'raus und sag: "Bei mir
Da kommst du nicht mehr 'rein!"

Komm' ich noch einmal auf die Welt,
Komm' ich als Vogelstrauss.
Ich steck' den Schnabel in den Sand,
Das and're guckt heraus.
Und braucht meine Frau 'nen neuen Hut,
Dann ruf' ich fröhlich aus:
"Komm' her geliebtes Weibchen -
Reiß' dir 'ne Feder raus!"

Komm' ich noch einmal auf die Welt,
Dann werde ich ein Huhn.
Steh' auf der Hühnerleiter dann
Und habe nichts zu tun.
Ich lebe ruhig und legerè,
Leg' jeden Tag ein Ei -
Und Kackle etwas hinterher,
Dann ist der Tag vorbei.

Komm' ich noch einmal auf die Welt,
Dann werd' ich eine Kuh.
Wenn einer keine Amme hat,
Geb' ich die Milch dazu.
Sagt später dann so'nen Kind zu mir,
"Du ernährtest mich!"
Dann sag' ich "Na da wirste ooch
so'n Rindvieh als wie ich!"

Komm' ich noch einmal auf die Welt,
Dann werde ich ein Hahn.
Dann hab' ich dreißig Hühnerlein,
Die sind mir untetan.
Da leb' ich wie im Harem, denn
Ich herrsche ganz allein.
Bei all' den Hühnern kann ich dann
Der Hahn im Korbe sein.

Komm' ich noch einmal auf die Welt,
Als Affe - das wird schön.
Ich sag' Ihn'n, solchen Affen
Hab'n Sie nopch nicht geseh'n.
Auf alle Menschen schau' ich dann
Voll Stolz und Hohn herab.
Sie müssen zu mir "Vater" sag'n -
Sie stamm'n ja von mir ab.

Komm' ich noch einmal auf die Welt,
Als Adler, das wär' fein.
So manchem Menschen flög' ich da
Direkt ins Knopfloch 'rein!
Doch hat mich jeamnd nicht verdient,
Da ruf' ich wüend aus:
"Du hast ja schon 'nen Vogel!" - und
Dann flieg' ich wieder raus.

Komm' ich noch einmal auf die Welt,
Werd ich zur Wüste gehn.
Dort lauf' ich als Kamel herum
Und brauch' nicht hier zu steh'n.
Und will mich mein Direktor hol'n
Des abends zum Gesang,
Zeig' ich nach hinten hin und sag':
"Rutsch mir den Buckel lang."

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