Im Jahre 1854 schlossen sich die Mitglieder der Dresdner Kgl. Kapelle im »Tonkünstlerver. Dresden« zusammen mit dem ausdrücklichen Hinweis darauf, daß es seine Aufgabe sein müsse, nicht nur die klass., sondern auch die zeitgenössische Musik zu pflegen, die bisher nur gelegentlich, z.B. während der Jahre 1848-1850 durch Clara Schumann und KonzM. Schubert, zu Wort gekommen war. Die erfolgreiche Aufführung von Werken Robert Volkmanns gab den letzten Anstoß, »einen Ver. zu gründen, in welchem die Instr.-Werke für KaM. aller, auch der neuesten Zeit, Pflege und Ausführung finden sollten«. Dieses Ziel hat der Dresdner Tonkünstlerver. mit Energie und Weitsicht verfolgt. Dabei wurde von Anfang an Wert darauf gelegt, daß auch auswärtige Künstler im Rahmen der Vereinsabende auftraten, und die Jahresberichte nennen manchen berühmten, manchen heute verschollenen, manchen heute noch im vollen Glanz strahlenden Namen aus aller Herren Ländern. Soziologisch gesehen war es sehr bedeutsam, daß alsbald, schon 1856, auch außerordentliche (»zuhörende«) Mitglieder aufgenommen wurden, so daß der Tonkünstlerver. immer mehr eine vom Dresdner Bürgertum getragene Pflegestätte der Musik wurde. Seine Bedeutung weit über Dresden hinaus zeigt sich darin, daß eine Reihe führender Musiker es zu allen Zeiten dankbar als Auszeichnung empfanden, zu Ehrenmitgliedern ernannt zu werden.