Parthia in F „pour la chasse“, RWV B21 für 2 Flöten, 2 Oboen, 2 Klarinetten, 3 Hörner, 2 Fagotte und Violone
Diese Parthia Rosettis erscheint im Rahmen der Reihe Oetting-Wallersteiner Harmoniemusiken. Die Besetzung mit drei Hörnern lässt sich bei mehreren Harmoniemusiken der Wallersteiner Hofmusik nachweisen. 1783 komponierte Joseph Reicha eine Parthia in F und eine Parthia in D mit drei Hörnern. Der Wallersteiner Cellist Paul Wineberger, ab 1785 Leiter der Hofjagdmusik, schrieb eine Parthia in F sowie zwei Werke (Parthia in chasse und Parthia in F), die sogar mit vier Hörnern besetzt waren. Allen diesen Werken ist gemeinsam, dass sie einen klaren musikalisch-thematischen Bezug zu Motiven der Jagd haben.
Rosettis Werk entstand im September 1785 in Wallerstein. Auf dem Titelblatt findet sich in der rechten oberen Ecke der Zusatz „pour la chasse“. Die vorliegende Ausgabe wurde nach dem Partiturautograph Rosettis editiert (Signatur III 4 1/2 4° 284, aufbewahrt in der Universitätsbibliothek Augsburg). Das Autograph ist in der Notation erstaunlich differenziert und umfangreich, wie sich auch bei den Parthias von Reicha feststellen ließ. Abschriften von Rosettis Werken durch verschiedene Kopisten haben diese hochinteressanten Eintragungen vermutlich leider nicht übernommen.
Das dritte Horn ist in dieser Parthia, wie auch in einigen der genannten Werke, ein Wanderer zwischen den Welten: Es bedient das tiefe Register, muss aber auch hohe solistische Einwürfe meistern.