Charles Bochsas Lebensdaten sind aus der Fachliteratur nur schwer zu ermitteln. Einige Quellen geben sein Geburtsdatum um 1760 an. Wo er seine Ausbildung erhielt, ist unbekannt. Zunächst scheint er in einem Militärregiment als Oboist gedient zu haben, bevor er ans Grand Théâtre von Lyon als Oboist wechselte.
Sein Sohn Robert Nicolas Charles Bochsa wurde am 9. August 1789 in Montmédy geboren. Dieser wurde später ein berühmter Harfenvirtuose seiner Zeit. Nach seiner Anstellung in Lyon scheint Charles Bochsa in eine ähnliche Stellung nach Bordeaux gewechselt zu sein. 1806 kam er nach Paris, um sich mit einem Musikalienhandel und eigenem Musikverlag in der Rue Vivienne N° 25 niederzulassen.
Hier veröffentlichte er auch seine eigenen Kompositionen; zur Unterscheidung von seinem Sohn nannte er sich auf den Drucken Charles Bochsa Père. Zu seinen Kompositionen zählen Quartette für Klarinette und Streichtrio, Quartette für Oboe und Streichtrio sowie Duos für zwei Oboen, dazu zwei Lehrwerke: eine Méthode de flûte avec des airs und eine Méthode de clarinette. 1821 starb Bochsa in Paris.
Serenade op. 12
12 kleine Stücke (Petits Airs) für Flöte, Oboe (oder Klarinette), Horn und Fagott
Das vorliegende Werk
Douze Petits Airs / en Quatuor / ou Serenade / Pour Flûte, Hautbois ou Clarinette, Cor et Basson / composés et dédiés / aux Amateurs / de la Société Philharmonique de Lyon / par Ch.les Bochsa Père / 1re Suite – Œuvre 12
erschien um 1810 in Bochsas eigenem Verlag. Einige der Stücke sind Bearbeitungen von Kompositionen Wolfgang Amadeus Mozarts (z. B. aus der Zauberflöte). Die Stimme der Oboe kann ohne Probleme auch von einer Klarinette gespielt werden; der Ausgabe liegt dafür zusätzlich eine Klarinettenstimme in B bei.