2. Quintetto op. 132 für Flöte, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott
Giulio Briccialdi wurde am 2. März 1818 im italienischen Terni geboren. Von seinem Vater Giovanni Battista Briccialdi erhielt er ersten Unterricht auf der Flöte, war aber im Wesentlichen Autodidakt.
Da er nach dem Tod seines Vaters nicht auf Wunsch der Familie Geistlicher werden wollte, floh er nach Rom und wurde Flötist an einem Theater. Dort erhielt er Kompositionsunterricht bei einem Sänger der Vatikanischen Kapelle namens Ravagli.
Mit etwa 17 Jahren war Briccialdi bereits Lehrer an der Accademia di Santa Cecilia. 1836 kam er nach Neapel und wurde im folgenden Jahr Flötenlehrer des Grafen von Syrakus, des Bruders des Königs. 1839 ging er nach Mailand, 1841 nach Wien. Als Virtuose bereiste er ganz Europa und hielt sich auch in Amerika auf. Einige Zeit lebte er in London, wo er nach Anweisung der Firma Rudall & Rose eine Flöte mit B-Klappe bauen ließ und so das Böhm-System vervollkommnete. Weitere technische Verbesserungen seiner Konstruktion nahm Emilio Piana in Florenz vor. Dort erteilte er seit 1870 am Konservatorium Flötenunterricht und bildete zahlreiche Schüler aus. Hier gründete er auch eine Werkstatt, in der Flöten nach seinem Patent hergestellt wurden. Sie wurde nach seinem Tod 1881 von seiner Witwe Rosa weitergeführt.
Sein 1. Bläserquintett op. 124 erschien um 1875 beim Verlag Schott in Mainz; das vorliegende 2. Quintetto op. 132 erscheint hiermit im Erstdruck.
Briccialdis Bläserquintette sind exzellente Musik mit einer kaum hoch genug zu schätzenden, idealen Behandlung aller Blasinstrumente. Sie vermitteln die Sanglichkeit der italienischen Opernwelt jener Zeit und lassen immer wieder Einflüsse eines Bellini oder Rossini durchscheinen, ohne dabei Kopien dieser Werke zu sein.