Martin Joseph Mengal
Quintett nach Rossini für Flöte, Oboe, Klarinette, Horn & Fagott
– Erstdruck –
Die Brüder Mengal werden in der Fachliteratur häufig verwechselt. Es gibt Martin Joseph Mengal (1784–1851) und seinen jüngeren Bruder Jean Mengal (1792–1878) – beide waren Hornisten von Rang. Über Martin Joseph Mengal können Sie biographische Anmerkungen lesen. Sein jüngerer Bruder Jean erhielt seine Ausbildung in Paris bei dem Hornisten Domnich und gewann 1814 – ebenso wie sein Bruder 1809 – den 1. Preis des Pariser Conservatoire. Er war 1. Hornist an der Pariser Oper und komponierte für sein Instrument. Die Zuordnung einzelner Kompositionen zu einem der beiden Brüder ist deshalb nicht immer eindeutig möglich.
Im Jahr 1824 erschienen beim Pariser Verlag Pleyel drei Quintette für Bläserquintett von Mengal im Druck, die nach Melodien von Haydn, Mozart und Beethoven komponiert waren. Das vorliegende Bläserquintett gehörte damals jedoch nicht dazu. Die Originalpartitur wird als Handschrift in der Bibliothek des Conservatoriums in Gent aufbewahrt. Der Titel lautet „1me Quintetto de Rossini“ und bezieht sich damit auf die Pleyelsche Druckausgabe. Das Werk scheint vor 1820 komponiert worden zu sein; es verarbeitet Themen aus Rossinis „Barbier von Sevilla“, dessen Pariser Erstaufführung 1819 stattfand.
Für den Erstdruck wurde zusätzlich zur originalen C-Stimme der Klarinette eine Stimme in B ediert.