9. März 1737 in Ober-Šárka bei Prag, † 4. Februar 1781 in Rom
Josef Mysliveček wurde als Sohn eines wohlhabenden Prager Müllers geboren und erlernte zunächst das väterliche Handwerk; 1761 erreichte er sogar den Meistergrad. Seine eigentliche Leidenschaft galt jedoch der Musik: In Prag studierte er Komposition bei Franz Habermann und Josef Seger, bevor er sich 1763 nach Venedig begab, um bei Giovanni Pescetti zu lernen. In Italien, wo er als „Il Boemo" bekannt wurde, avancierte er in den 1770er Jahren zu einem der gefragtesten Opernkomponisten seiner Zeit und pflegte eine enge Freundschaft mit dem jungen Wolfgang Amadeus Mozart, der ihn als kompositorisches Vorbild schätzte. Nach gesundheitlichem und finanziellem Niedergang starb Mysliveček verarmt in Rom.
Quintett Es-Dur, bearbeitet für Flöte, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott
Die vorliegende Bearbeitung entstand aus den Sätzen zweier um 1775 entstandener Bläseroktette für 2 Oboen, 2 Klarinetten, 2 Hörner und 2 Fagotte aus der fürstlichen Bibliothek Donaueschingen (D DO), Signatur mus.1597, heute aufbewahrt in der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe. In derselben Sammlung finden sich zudem zeitgenössische Bearbeitungen dieser Bläseroktette für Cembalo – schon damals wurden die Werke also bearbeitet und für andere Besetzungen zugänglich gemacht.