Antonio Caldara (1670–1736)
„Sebben, crudele" – Canzonetta – bearbeitet für Sopran, Flöte, Oboe, Klarinette, Horn & Fagott
Bearbeitung für Sopran und Bläserquintett
arr. von Robert Ostermeyer
Antonio Caldara wurde um 1670 in Venedig als Sohn eines Geigers geboren; sein genaues Geburtsdatum ist nicht überliefert. Er wurde Chorknabe an San Marco und erhielt dort vermutlich bei Giovanni Legrenzi Unterricht in Viola, Violoncello und Komposition. Bereits mit 19 Jahren trat er als Opernkomponist hervor, von 1693 bis 1700 wirkte er zugleich als Cellist an San Marco.
1700 wurde Caldara Hofkapellmeister in Mantua, 1708/09 ging er als Kammerkomponist des späteren Kaisers Karls VI. nach Barcelona. Über Venedig und Rom – wo er als Kapellmeister in Diensten des Fürsten Francesco Maria Ruspoli stand – führte ihn sein Weg 1716 endgültig nach Wien: Dort wurde er Vizekapellmeister am Kaiserhof an der Seite von Johann Joseph Fux, den er später auch als Dirigent vertrat. In dieser Stellung blieb er bis zu seinem Tod am 28. Dezember 1736 in Wien.
Caldara war einer der produktivsten Komponisten seiner Generation: Sein Werk umfasst über siebzig Opern, rund vierzig Oratorien sowie zahlreiche Kantaten, Messen und Instrumentalwerke. Er gilt als bedeutender Vertreter der spätvenezianischen Operntradition und trug wesentlich dazu bei, den italienischen Vokalstil mit der Wiener Hofmusik zu verschmelzen.
Die Canzonetta „Sebben, crudele" stammt aus seiner 1710 in Macerata uraufgeführten Oper La costanza in amor vince l'inganno (einer Überarbeitung seiner Opera pastorale von 1701) und wird dort im dritten Auftritt des ersten Aktes von der Figur Aminta gesungen. Losgelöst vom Opernzusammenhang zählt sie bis heute zu den bekanntesten und beliebtesten Arien des italienischen Barock und gehört – nicht zuletzt durch ihre Aufnahme in Alessandro Parisottis vielgespielte Sammlung „Arie antiche" – zum festen Bestandteil der klassischen Gesangsausbildung.