Bochsa war ein französischer Komponist und Harfenvirtuose seiner Zeit. Er war der Sohn eines Oboisten und wirkte von 1813 bis 1817 am französischen Hof. Er veröffentlichte zahlreiche Solostücke für Harfe und gab eine eigene Harfenschule heraus. Diese Werke erschienen teilweise in seinem eigenen Verlag. Auf der Harfe erfand er zahlreiche Techniken, so etwa die Möglichkeit eines „chromatischen Flageoletts“.
Zahlreiche menschliche Verfehlungen (er fälschte Dokumente, beging Bigamie und war auch sonst den Frauen sehr zugetan) zwangen ihn einige Male, das jeweilige Land zu verlassen.
Seiner musikalischen Ausstrahlung scheint das aber keinen Abbruch getan zu haben: Er war von 1822 bis 1827 Professor für Harfe an der Royal Academy of Music in London und ging danach auf Welttournee. Gestorben ist er 1856 nach einem bewegten Leben in Australien.
Nocturne op. 3 für Horn, Oboe und Harfe
Das vorliegende Werk, Nocturne op. 3, erschien etwa um 1810 in Bochsas eigenem Verlag in Paris. Mit dem Titel „Nocturne“ veröffentlichte er in dieser Zeit einige Stücke für Harfe mit Begleitung anderer Instrumente (Oboe, Horn, Klarinette u. a.).
Der Druck vermerkt noch, dass der Oboenpart von Garnier und der Hornpart von F. Jacomin sei. Sicher befragte Bochsa bei der Komposition diese beiden Musiker (eventuell waren es Orchesterkollegen) und führte das Werk mit ihnen auf. Eine nette und zu dieser Zeit nicht immer übliche Geste ist dieser Vermerk auf dem Titel.
Dieses Werk gehört mit seiner originellen Besetzung zu einer eigenen Epoche von nicht minder schöner Musik, welche in der jetzigen Zeit wieder entdeckt wird.