Dieses Werk wurde 1818 zum ersten Mal verlegt. Es wurde in der Allgemeinen Musikalischen Zeitung vom November 1818 kurz besprochen:
Der Komponist der Fantasie, Johann Nisle, ist uns leider nicht genau bekannt. Die Vorlage für diese Ausgabe bildet ein Druck von Breitkopf in Leipzig. Als Komponist wird dort Jean Nisle genannt – ein Name, der in der Familie allerdings mehrfach vorkommt.
Als erstes steht dafür Johannes Nisle (geb. 28.2.1735 – gest. 22.5.1788). Er war Schüler des böhmischen Hornvirtuosen Rudolphe und war Hofmusiker in Stuttgart. Dort wirkte er von 1765 bis 1767 als 1. Hornist. Als 2. Hornist musizierte er zusammen mit dem 1. Hornisten Türrschmiedt von 1773 bis 1777 am Wallersteinschen Hof in Neuwied und kehrte später an den Stuttgarter Hof zurück. Im Lexikon von Gerber wird er als 2. Hornist wegen der Leichtigkeit seines Spiels und des Gebrauchs von tiefen Pedaltönen erwähnt. Seine Kompositionen werden dort allerdings als schlecht beschrieben, da er den Tonsatz nicht beherrscht haben soll.
Er hatte drei Söhne, die alle schon sehr früh das Horn erlernten und mit dem Vater konzertierten. Am 16. Januar 1798 traten die Gebrüder Nisle in Leipzig auf:
16.1.1798
Concert der beiden Gebrüder Nisle auf dem Waldhorn im Saale des Thomäischen Hauses
Doppelkonzert für Hörner von Rosetti
Variationen für ein Horn von W. Nisle
Duett für zwey Hörner von I. Nisle
Für die Komposition der Fantasie kommen zwei Söhne in Frage:
1. Johann Wilhelm Friedrich Nisle (1768–1839)
Er war von 1805 bis 1835 1. Cellist am Stuttgarter Hof, lernte das Horn aber schon als Kind und trat mit dem Vater und den Brüdern auf.
2. Johann Martin Friedrich Nisle (1780–1861)
Er ist der wahrscheinliche Komponist dieses Werkes. Als Kind trat er oft mit seinem Bruder Christian David Nisle als Duo auf oder mit dem Vater in Tripelkonzerten. Er studierte bei H. C. Koch in Rudolstadt Komposition und Klavier und setzte sein Studium später an der Universität Rostock fort.
1806 ging er nach Wien und diente zusammen mit seinem Bruder Christian David bis 1809 in der Kapelle des (vermutlich) Fürsten von Vegh in Vereb (Ungarn). Anschließend war er bis etwa 1818 in Catania (Sizilien), wo er unterrichtete, komponierte und eine Musikschule gründete. 1821 kehrte er nach Deutschland zurück und spielte bis 1824 Viola am Stuttgarter Hof. Danach sind seine Wirkungsdaten nur vereinzelt überliefert: Er musizierte in der Schweiz, 1828–29 in Berlin und 1835–36 in Bunzlau. Er starb nach 1861.