Concerto F-Dur für 2 Hörner (Corni da caccia) und Orchester (Seibel 231, Hausswald I:15)
Johann David Heinichen wurde am 17. April 1683 in Crössuln bei Weißenfels (heute Sachsen-Anhalt) als Sohn des evangelischen Pfarrers David Heinichen (1652–1719) geboren. Seine musikalische Ausbildung erhielt er an der Thomasschule in Leipzig. Dort war er Schüler des Thomaskantors Johann Schelle und des Organisten Johann Kuhnau, der 1701 Schelles Nachfolger als Thomaskantor wurde und zugleich Universitätsmusikdirektor war.
Von 1702 bis 1705 studierte Heinichen in Leipzig Rechtswissenschaften. In dieser Zeit spielte er im Collegium musicum unter der Leitung von Georg Philipp Telemann und wirkte an Aufführungen im Leipziger Opernhaus mit, das seit 1693 bestand. Ob er sich anschließend in Weißenfels als Rechtsanwalt niederließ, ist nicht eindeutig belegt. Sicher ist, dass er Kontakt zu den Musikern des Weißenfelser Hofes hatte, darunter Johann Philipp Krieger (1649–1725) und Gottfried Grünewald.
Im Auftrag des Leipziger Operndirektors Samuel Ernst Dobricht komponierte Heinichen mehrere Opern. Außerdem übernahm er die Leitung des Collegium musicum im Lehmannschen Kaffeehaus am Markt, das 1708 von Johann Friedrich Fasch neu gegründet worden war. 1711 veröffentlichte er sein musiktheoretisches Werk „Neu erfundene und gründliche Anweisung … zu vollkommener Erlernung des General-Basses“, in das auch der von ihm entwickelte Quintenzirkel (bereits 1710 veröffentlicht) einging.
1709 trat Heinichen in den Dienst von Herzog Moritz Wilhelm von Sachsen-Zeitz und reiste im selben Jahr nach Italien; über Einzelheiten dieser Reise ist wenig bekannt. In Venedig lernte ihn der sächsische Kurprinz Friedrich August, der spätere Kurfürst Friedrich August II. (1696–1763), kennen.
Diese Begegnung führte 1717 zu seiner Anstellung als Hofkapellmeister in Dresden. Dort komponierte er zahlreiche Messen, Kantaten und Concerti für die Erfordernisse des Dresdner Hofes. Wegen einer Tuberkuloseerkrankung war er oft kränklich und ließ sich von seinen Kollegen Jan Dismas Zelenka und Giovanni Alberto Ristori (1692–1755) vertreten. 1721 heiratete er in Weißenfels, im Januar 1723 wurde er Vater einer Tochter. In seinen letzten Jahren unterrichtete er Johann Georg Pisendel und Johann Joachim Quantz in Komposition. Heinichen starb am 16. Juli 1729 in Dresden und wurde auf dem Johannisfriedhof beigesetzt.