Antonio Rosetti (1750–1795)
Hornkonzert d-Moll (RWV C 39)
Besetzung: Horn solo, 2 Violinen, 2 Violas, Basso, 2 Oboen und 2 Hörner
Erstdruck: Laut Sterling E. Murrays Verzeichnis der Werke Antonio Rosettis existieren zwei Konzerte in d-Moll, C 38 und C 39. C 38 erschien erstmals um 1790 beim Braunschweiger Verlag Spehr und ist heute eines der bekanntesten Konzerte Rosettis.
C 39, ebenfalls in d-Moll, stimmt in einigen Themen des 1. und 3. Satzes mit C 38 überein, tritt aber als vollständig eigenständiges Werk in Erscheinung. Auch die Instrumentierung ist anders: Das hier edierte C 39 hat zwei Viola-Stimmen. Warum diese Ähnlichkeiten bestehen, kann nur vermutet werden. Rosetti zitierte sich jedoch sehr häufig selbst. So sind etwa die Themen des 2. und 3. Satzes des Flötenkonzerts C 19 mit einem Hornkonzert identisch, und auch das Quartett B 17 für 2 Hörner und 2 Klarinetten enthält eine Romance, die thematisch der eines Konzerts für 2 Hörner ähnelt.
Quelle der Neuausgabe des Hornkonzerts d-Moll C 39 ist ein Druck des Verlags Sieber, der um 1786 erschienen ist. Sieber, selbst Hornist, gab wahrscheinlich vier Konzerte für Horn und ein Konzert für zwei Hörner von Rosetti heraus. Möglicherweise erhielt er das Konzert während Rosettis Parisaufenthalt 1782.
Von C 39 existiert weltweit leider nur noch ein Exemplar dieses Drucks. Es befindet sich in der Herrnhuter Brüdergemeine in Christiansfeld. In diesem Exemplar fehlen leider das 1. und 2. Tutti-Horn sowie die 1. Oboe. Für die Neuedition wurden diese Stimmen nachempfunden. Dabei wurde nur ergänzt, was nötig war bzw. als gesichert gilt; das Konzert C 38 wurde dazu herangezogen.
Mit der Neuedition soll auch dieses zweite d-Moll-Konzert wieder den Weg zu Hornisten und Zuhörern finden. In der historischen Musikliteratur wurde dieses Werk häufiger genannt als das heute bekannte Konzert C 38.
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