Der 1764 im Elsass geborene André-Frédéric Eler kam schon in jungen Jahren nach Paris. Über seine Jugend und seine musikalische Ausbildung ist nichts überliefert; ein erstes überliefertes Vokalwerk soll 1787 in einem Concert spirituel erklungen sein. Seine kompositorischen Fähigkeiten scheinen ihm rasch Erfolg gebracht zu haben: 1794 wurde er in die Jury des Institut National de Musique (des späteren Conservatoire de Musique) berufen. Am 14. August 1795 wurde er zum Bibliothekar dieses Instituts ernannt, ein Amt, das er bis zum Februar 1797 ausübte. 1798 wurde ihm eine Klasse für Begleitung übertragen. Danach war er nacheinander Professor für Solfège (1800) und Leiter einer Klasse für »préparation vocale« (1801). Nachdem er 1807 erneut Professor für Solfège geworden war, übertrug man ihm am 1. April 1816 die gewichtige Professur für Kontrapunkt und Fuge. Diese konnte er nicht lange ausüben: Eler starb am 21. April 1821 in Paris. Nach seinem Tod erhielt seine Witwe in Anerkennung der Verdienste ihres Mannes eine Ehrenpension.
Das vorliegende Concerto Nr. 1 für Horn erschien um 1796 im Druck bei Naderman (später Imbault) in Paris. Auf dem Titelblatt heißt es: Ce Concerto a été exécuté plusieurs fois aux Concerts de la Rue Feydeaux par le Cit. Frédéric Duvernois [sic]. Der junge, erfolgreiche Hornist Frédéric Duvernoy, der 1795 sein erstes eigenes Konzert veröffentlicht hatte, scheint Eler inspiriert zu haben; vielleicht hat er ihn auch um dieses Konzert gebeten und ihn beraten.