Der Hornist Frédéric Duvernoy (1765 – 1838) gehörte zu jener Gründergeneration, welche den Ruhm der französischen Hornisten begründete und in einer eigenen Schule weitergab. Er wurde am 16. Oktober 1765 in Montbéliard geboren und kam 1788 als Hornist an das Orchester der Comédie-Italienne. 1797 wechselte er an die Pariser Oper, wo er ab 1799 als Solohornist wirkte. 1801 wurde er gemeinsam mit anderen Solobläsern vom regulären Operndienst befreit, um sich stärker seinen solistischen Aufgaben widmen zu können. Seither wirkte er in der „Chapelle Musique“ mit, die Napoleon Bonaparte, der als Bewunderer Duvernoys gilt, wieder eingerichtet hatte.
Ab 1795 unterrichtete Duvernoy (neben zeitweise acht weiteren Hornisten) am Pariser Conservatoire de Musique, wo sich verschiedene Schulen des Hornblasens entwickelten. Die Trennung in erstes und zweites Horn gab es schon lange. Der Hornist Rodolphe trat für eine umfassende Nutzung des gesamten Tonumfangs ein, Kenn und später vor allem Dauprat für eine klare Trennung in cor alto und cor basso. Duvernoy beschritt im wahrsten Sinne des Wortes den Mittelweg: In seiner gedruckten Hornschule teilte er zwar ebenfalls in hohes und tiefes Horn ein und empfahl unterschiedlich große Mundstücke, im solistischen Spiel propagierte er jedoch das „cor mixte“. Dieses verzichtete auf die besonders hohen und tiefen Töne. Man verließ die mittlere Lage (etwa anderthalb Oktaven) nur selten und legte dafür mehr Wert auf Sanglichkeit.
1816 wurde Duvernoy pensioniert, bis 1830 blieb er Solohornist der Chapelle Musique. Er starb am 19. Juli 1838 in Paris. Seine Werke, darunter zwölf Konzerte für Horn und zahlreiche Kammermusik, wurden nicht nur in Paris gedruckt, sondern erschienen auch in Deutschland bei Simrock, Breitkopf und anderen Verlagen.
1. Konzert für Horn
Duvernoys 1. Konzert für Horn erschien 1795 im Druck. In der Pariser Presse wurde das Werk am 16. September 1795 annonciert.
Die Besetzung der Streicher im Orchestermaterial ist 5/5/4/5.