Das Concertino E-Dur für „Second" Horn des Hornisten Carl Oestreich (1800–1840) entstand 1830 und war seinem Bruder Eduard Oestreich gewidmet.
Das Werk überrascht durch seine außergewöhnlich tiefe Lage: Als nahezu einzigartig in der Solo-Literatur dieser Zeit ist das Horn bis zum klingenden Subkontra-A notiert. Es darf vermutet werden, dass bei der Uraufführung ein frühes Ventilhorn verwendet wurde. Die Spielweise war jedoch eine andere als heute: Ventile galten als Erweiterung der Naturhornspielweise und ermöglichten schnellen Bogenwechsel sowie tonartfremde Töne.
Das hier als Erstdruck edierte einsätzige Concertino stellt überschaubare Anforderungen an Höhe und Ausdauer und überzeugt zugleich durch seine ausgesprochen schöne Solo- und Orchesterharmonik. Es eignet sich daher bestens als Solowerk für tiefe Hornisten und fortgeschrittene Hornschüler. Die Edition enthält eine Hornstimme in E und eine in F.