François Devienne wurde am 31. Januar 1759 in Joinville (Haute-Marne) geboren. Er war das vierzehnte und letzte Kind eines Sattlerwarenhändlers. Schon mit zehn Jahren schrieb er als Chorknabe von Saint-Laurent eine Messe. Devienne erwarb sich Übung auf allen Instrumenten, hauptsächlich auf der Flöte und dem Fagott. Etwas später stand er im Dienst des Kardinals de Rohan, wie er selbst in der Widmung seines op. 5 bezeugt. Von 1784 an war er Musiker der Loge Olympique, wo er sich mit Haydns Sinfonien vertraut machte, und bis 1788 bei der Schweizer Garde.
Der junge Flötist und Komponist trat seit 1782 im Concert Spirituel auf. Am 24. Dezember 1785 erklang dort ein Concerto de cor de chasse, gespielt von Jean Lebrun. Gemeinsam mit den Musikern Hugot und Lefebvre führte er am 4. Mai 1787 seine Symphonie concertante pour flûte, clarinette et basson auf. Im folgenden Jahr spielten Heinrich Domnich ein Concerto de cor (15. März) und Perret ein Concerto de basson (8. Dezember). Am 28. Januar 1789 trat Devienne als erster Fagottist in das Théâtre de Monsieur ein und blieb dort bis zu seinem Tod. Es war für ihn eine glanzvolle und glückliche Zeit: Er war ein sehr gesuchter Lehrer, ein berühmter Virtuose und Kammermusikkomponist.
Seit 1791 gehörte er im Rang eines Sergeanten zur Musik der Nationalgarde. Als diese zum Institut national de musique wurde, erhielt er dort eine Stelle als Lehrer. Gemeinsam mit Gossec und Catel beteiligte er sich an den großen öffentlichen Aufführungen und komponierte dafür neben zahlreichen patriotischen Hymnen auch sinfonische Werke. Das berühmteste davon ist La Bataille de Jemmappes, ein malerisches Stück zur Feier von Dumouriez’ Sieg (1792). Als Administrator und Inspecteur des Instituts wurde Devienne zum Professor erster Klasse für Flöte ernannt, als die Anstalt 1795 den Namen Conservatoire de musique erhielt. Dieses Amt übte er aus, soweit seine Gesundheit es ihm erlaubte. Er starb am 6. September 1803 in der Irrenanstalt von Charenton.
Sinfonie concertante F-Dur für Horn und Fagott
1785 erschien beim Pariser Verlag Imbault die Sinfonie concertante pour Cor et Basson. Auf dem Titel steht der Vermerk „Executée au Concert de la Reine et au Concert Spirituel / par LeBrun et Devienne“. Das Concert spirituel fand am 13. März 1785 in Paris statt. Es musizierten Devienne selbst am Fagott und der Hornist Jean Lebrun (1759–1809), der später als erster Hornist nach Berlin gehen sollte. Lebrun hatte das Hornspiel bei Giovanni Punto und Jean Joseph Rodolphe erlernt.
Das Konzert wurde anscheinend am 29. April 1785 wiederholt. Erneut erklang es am 14./15. April 1786 mit Lebrun und dem Fagottisten Ozi und wahrscheinlich auch am 6. April 1790.