Ouvertüre zum Kalif von Bagdad für Flöte (Piccolo), 2 Klarinetten, 2 Hörner und 2 Fagotte
arrangiert von François René Gebauer (1773 – 1845)
Als „Türkenoper“ galt die Opéra comique „Le calife de Bagdad“ (Der Kalif von Bagdad) des französischen Komponisten Adrien Boieldieu. Das Libretto verfasste Claude Godard d’Aucourt de Saint-Just nach einer Erzählung aus Tausendundeiner Nacht.
Boieldieu, geboren am 16. Dezember 1775 in Rouen (Normandie), hatte bereits Erfahrung mit der Gattung: Zehn Opéras comiques hatte er veröffentlicht, bevor am 16. September 1800 in Paris seine Oper „Le calife de Bagdad“ Premiere hatte.
Trotz – oder gerade wegen – ihrer einfachen Melodien war die Oper ein großer Erfolg. Luigi Cherubini, der Boieldieu in Paris förderte, fragte ihn, ob er sich wegen des unverdienten Erfolges nicht schäme.
Erfolgreiche Musik zog damals wie heute zahlreiche Bearbeitungen nach sich. So verwendete sogar Gioachino Rossini in „Adina ossia Il califfo di Bagdad“ Themen daraus.
Wohl kurz nach der Premiere erschien beim Pariser Verlag Érard eine Bearbeitung für „Harmonie“, im vorliegenden Fall 2 Klarinetten, 2 Hörner und 2 Fagotte. Zusätzlich wurde sie um eine „Petite Flûte“ (Piccolo) bereichert, die das Türkische unterstreichen sollte. Auf dem Titel ist als Arrangeur „par Gebauer“ angegeben. Die Leipziger Allgemeine musikalische Zeitung (AMZ) kündigte das Werk erstmals am 23. September 1801 an.
Für die Neuedition wurde die sparsame Dynamik des Arrangement-Drucks mit der Orchesterfassung Boieldieus abgeglichen und ergänzt. Zusätzlich zu den heute nur noch selten gebrauchten Klarinetten in C wurden Stimmen in B ediert. Für die Hornisten liegen zusätzliche Stimmen für Horn in F bei.