Antonio Rosetti (1750–1792)
Concerto Es-Dur für Horn (RWV C42)
Das vorliegende Konzert wird im Rosetti-Werkverzeichnis (RWV) als C42 geführt. Zuvor hatte es der Musikwissenschaftler Oskar Kaul in seinem Verzeichnis der Werke Rosettis als III:41 aufgenommen.
Als Quellen dienen zwei nahezu identische Abschriften, die beide in Salzburg aufbewahrt werden: eine im Salzburg Museum, die andere in der Sammlung des Mozarteums Salzburg. Als Kopist der zweiten wird der Salzburger Hornist Joseph Michael Mayr (1751–1807) angenommen.
Der Titel lautet in beiden Quellen: Concerto | a | Cornu Secundo Principale | Violino Primo | Violino Secundo | Oboe Primo & | Oboe Secundo & Obligato | Cornu Primo & | Cornu Secundo & | Alto Viola | con Violone. | Del Sige: Rosetti.
Oben rechts steht zusätzlich der Vermerk ex Dis.
Beide Abschriften enthalten mehrere identische Fehler, häufig fehlt das Vorzeichen beim As, sodass A statt As notiert ist. Das könnte ein Beleg dafür sein, dass die gemeinsame Vorlage tatsächlich in Dis notiert war: Dort steht das Stück mit nur zwei b als Vorzeichen (statt drei in Es-Dur), und das As wird jeweils als zufälliges Vorzeichen im Notentext geschrieben.
Der 3. Satz ist in den Abschriften mit „Rondeaux“ bezeichnet, in der Neuedition mit „Rondo“.
Das Solohorn ist als Cornu secundo Principale angegeben, also als Horn, das in Tonumfang und Lage den mittleren und tiefen Bereich nutzt. Rosetti setzte in anderen Solokonzerten ebenfalls das Corno secundo ein, etwa im Konzert Es-Dur C54.
Sterling Murray ordnet dieses Konzert ohne Einschränkung Rosetti zu. Man sollte jedoch bedenken, dass die kurze Einleitung und der relativ kurze erste Satz eher gegen Rosettis typische Kompositionsweise sprechen.