Das vorliegende Konzert in F-Dur erschien erstmals um 1780 im Pariser Verlag Sieber. Hier verwendet Punto erstmals für ein Solokonzert die Tonart F-Dur. Dass das Konzert mehrere Nachauflagen im Verlag Sieber hatte, die letzte zwischen 1809 und 1812, lässt darauf schließen, dass es sehr beliebt war.
Zur Person
Giovanni Punto, eigentlich Jan Václav Stich (Johann Wenzel Stich), wurde am 28. September 1746 in Žehušice bei Čáslav, etwa 75 km südöstlich von Prag, geboren. Er war einer der großen Hornvirtuosen des 18. Jahrhunderts und gehört zu den vielen böhmischen Musikern, die ihre Heimat verließen.
Seine Eltern waren Leibeigene des Grafen Thun, der ihn auf dem Horn ausbilden ließ. Zunächst erhielt er Unterricht bei Joseph Matiegka in Prag (mit Gesangsausbildung), danach bei Haudek und Hampel in Dresden. 1768 floh Stich aus der Leibeigenschaft und nannte sich, zur Tarnung wie auch zur besseren musikalischen „Vermarktung“, Giovanni Punto.
Auf eine kurze Anstellung 1768 in hohenzollerischen Diensten in Hechingen folgten die Jahre 1769 bis 1774 im Dienst des Kurfürsten von Mainz und danach bis 1780 eine Anstellung in Würzburg. Ab 1781 spielte Punto in Paris in der Kapelle des Grafen von Artois, mit lebenslanger Pensionsgarantie. Während der Französischen Revolution war er 1795–1797 Orchesterdirektor am Théâtre Variétés in Paris. 1799 verließ er die Stadt.
Ab 1769 unternahm Punto zahlreiche Konzertreisen durch ganz Europa und begründete damit seinen Weltruhm. Mozart hörte ihn während seines Parisaufenthalts und war begeistert. 1800 gab Punto gemeinsam mit Beethoven Konzerte in Wien und Budapest (Sonate op. 17). 1801 kehrte er triumphal nach Prag zurück, wo er am 16. Februar 1803 an der „Brustwassersucht“ starb, einer damals unter Bläsern weit verbreiteten Krankheit.